Vorschularbeit

Kooperation mit der Schule

  • Regelmäßige monatliche Treffen mit den Grundschülern
  • (s. Kooperationsplan, Treffpunkt i. d. R. 8.00 Uhr in der Kinderwelt, Einzelinfo hängt bei Bedarf jeweils aus)
  • ca. ¼ jährlicher Austausch mit der Kooperationsbeauftragten der Schule
  • Treffen mit den Lehrkräften der 1. Klassen und  der Schulleitung zum Gespräch über Schulreife und Schulfähigkeit
  • gemeinsames Screening-Verfahren, "Schule spielen" am Tag der Schulanmeldung
  • aktuelle Absprache kurz vor der Einschulung, mit Zustimmung der Eltern
  • Reflektierendes Gespräch mit den Lehrkräften der Schüler aus dem 1. Schuljahr, wenn die Eltern zustimmen
  • D 240 für Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf im sprachlichen Bereich (Mo, Mi und Fr um 8.00 Uhr in der Schule)

 

Kooperationsbeauftragte der Schule:          Sabine Eichelsdörfer

Kooperationsbeauftragte der Kinderwelt:     Astrid Brehm-Schwarzkopf und Aaron Höfler


Ohrentraining - Das ohrentraining basiert auf 3 Säulen:

1. Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache „Hören, Lauschen, Lerne“ nach Küspert/ Schneider

  • Grundlage und Inhalt
  • ist ein wissenschaftlich entwickeltes und überprüftes Modell für Kinder mit einer diagnostizierten   Lese-Rechtschreibschwäche
  • basiert auf dem Prinzip der Regelmäßigkeit und Wiederholung von aufeinander aufbauenden  Elementen der phonologischen Bewusstheit
  • hat einen festgelegten Trainingsplan über 21 Wochen hinweg
  • Unsere Erfahrungen aus der Durchführung
  • Die Übungen sind „trocken“ und gleichen oft einer schulischen Abfrage vor der Gruppe; die Kinder verlieren rasch die Motivation
  • Die regelmäßige Übung zeigt in der Anfangsphase gute Erfolge. Im weiteren Verlauf leidet dies, durch die fehlende Motivation der Kinder
  • Durch die häufige Wiederholung der einzelnen Übungen lernen häufig auch schwächere Kinder die Antworten auf die einzelnen Fragen auswendig. Der Lernerfolg ist damit nicht mehr innerhalb des Programms prüfbar. Bei vergleichbaren Aufgabenstellungen können die Kinder die Lösung nicht selbständig finden.

2. Wuppis Abenteuer-Reise durch die phonologische Bewusstheit

Grundlagen und Inhalt

  • ist ein pädagogisches Programm das aus der erzieherischen Arbeit heraus von einer Sprachheilpädagogin (Christiane Christiansen) entwickelt wurde
  • basiert auf dem Prinzip der Motivation und Übung
  • erstreckt sich auf den Zeitraum von 17 Wochen

Unsere Erfahrungen aus der Durchführung

  • Die Kinder mögen die Titelfigur „Wuppi“
  • Die Geschichten und Übungen sind spielerisch aufgebaut und machen den Kindern Spaß
  • Einige Übungen sind in der Vorbereitung sehr zeitintensiv und nicht immer leistbar
  • Elemente des Satzbaus und theoretische Grundlagen der Sprache werden nicht vermittelt
  • Die Erfolge sind nicht ausdrücklich erkennbar und nachhaltig

3. Wissenschaftliche Erkenntnisse zur frühkindlichen Bildung 

Grundlagen und Inhalt

  • Theoretisches Hintergrundwissen über das Ohr (Aufbau, Funktion, Schutzmaßnahmen) und seine Funktion – kindgemäß aufbereitet im Programm „Olli Ohrwurm und seine Freunde“ der Stiftung Hören
  • Lernmethodische Kompetenzen: „Lernen, wie man lernt“ nach einer wissenschaftlich begleitenden Praxisstudie von Mende/Merget
  • Heilpädagogisch entwickelte Spiele und Materialien (z. B. Lingo-Verlag)
  • Grundlagen des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP) besonders in Hinblick auf die methodische Vorgehensweise, Strukturiertes Arbeiten und Selbstständigkeit/ Eigenverantwortlichkeit

Unsere Erfahrungen aus der Durchführung

  • Kindergartenkinder – auch im letzten Jahr vor der Einschulung – lernen noch nicht abstrakt. Sie müssen die Inhalte im wahrsten Sinne des Wortes begreifen und erfahren. Eine schulische Form der Wissensvermittlung ist nicht nachhaltig, d. h. Die Kinder können das Gehörte nicht im Alltag anwenden, sondern nur in der konkreten Schulungssituation.
  • Wenn die Inhalte spielerisch verpackt sind – in Geschichten, Liedern und mit Bewegung verknüpft – haben die Kinder Spaß daran und wollen lernen. Sie üben oft auch außerhalb des Ohrentrainings mit ihren Freunden.

Kinder können sich selbst reflektieren. Sie sind mit etwas Übung besser in der Lage ihre Schwierigkeiten zu benennen und sich Hilfe zu Holen. Sie haben bei einer Aufgabenstellung weniger Angst vor Misserfolg, sondern empfinden dies stärker als Möglichkeit der Selbstreflexion.


Unser FAZIT

  • Wir kombinieren die unterschiedlichen Programme, um die jeweiligen Vorteile zu nutzen:
  • Wir erzählen zu Beginn die Geschichte von Wuppi. Die Kinder gewöhnen sich an die Regelmäßigkeit der täglichen Einheiten. Sie erleben sich als Gruppe in ihrer neuen Rolle und üben Regeln des Zu- und Hinhörens. Die Leitfigur Wuppi hat einen hohen Motivationscharakter. Die Kinder freuen sich in der Regel auf die nächste Einheit.
  • Im Anschluss daran legen wir den Trainingsplan aus dem Würzburger Modell zugrunde.
  • Da die Übungen hier „langweilig“ sind, setzen wir die Ziele jeder konkreten Einheit auf unterschiedliche Art und Weise um. Dazu nutzen wir diverse Sprachspiele und Materialien, sowie Bewegung.
  • In loser Folge fügen wir zusätzliche Einheiten der Wissensvermittlung rund um das Thema Hören ein.
  • Etwa gegen Mitte des Programms, führen wir die Kinder in die Methodik der Selbstreflexion ein. Sie schätzen sich zunächst selbst ein und bekommen eine vergleichende Reflexion von uns. Dies gelingt bei den meisten Kindern zunehmend realistisch.